Sonntag, 30. September 2007

Adolf Schlatter

Folgendes Zitat von Adolf Schlatter habe ich in einem seiner Bücher gefunden:
Wie oft muß unser Gebet verstummen, weil unsere Einsicht in das, was wir erbitten sollen, zu Ende ist. Ein rechtschaffenes Gebet, das in Glauben und Furcht Gottes geschieht, setzt voraus, dass ich weiß, um was ich bitten darf. Weiß ich das nicht, so kann ich nicht beten. Aufs Geratewohl beten ist eine hässliche, leichtsinnige Erniedrigung des Gebets. Wer so mit seinem Gebet verfährt, kann sich leicht vollständig um die Fähigkeit bringen, mit Glauben zu beten. Wie soll ich Glauben hineinlegen in mein Beten, wenn ich es so geringschätzig behandle, als wäre jede unbedachte Rede vor Gott erlaubt? Wir dürfen mit unserem Gebet nicht über das hinausfahren, was sich gebührt und sein soll, denn es muß dem göttlichen Willen untertan bleiben.
Nach meiner Einschätzung steht er damit auf gutem biblischen Boden.

Grundlagen

Wenn wir uns Gedanken machen über unser Auftreten vor dem Thron des Höchsten, dann können wir von einigen Grundvoraussetzungen ausgehen.
  1. Gott will Beziehung zu uns, Kontakt zu uns, will uns nahe sein. Das war ja eigentlich der einzige Grund, warum er Jesus geschickt hat.
  2. Gott will unsere Gebete hören, und er will sie beantworten. Gott will uns Gutes tun. Aber nicht nur uns. Was Gott aber auf keinen Fall will, ist, uns ins Leere laufen zu lassen.
  3. Während der normale Arbeitnehmer, aber auch der Staatsbürger oder der Konsument, immer oder zumindest zu 97% Verdienende sind - denn sie haben sich das, was sie bekommen, verdient, und sei es nur dadurch, dass sie an der Kasse den Preis für die Sache bezahlt haben, oder dass sie fleißig waren - so ist der Christ seinem Wesen nach Empfangender. Damit muss er aber zwangsläufig auch Bittender sein. Ein Christ muss also zwangsläufig bittend vor dem Thron des Höchsten in Erscheinung treten, sonst ist er kein Christ.